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Arrhythmien

Die Behandlung eines raschen und unregelmäßigen Herzrhythmus (Tachyarrhythmie) mittels Katheter, die sogenannte Katheterablation, ist für viele Formen von Tachykardien heute schon Standardtherapie. Tatsächlich stellt sie die einzige Möglichkeit dar, Patienten mit Herzrasen zu heilen, da Medikamente dieses nur bis zu einem gewissen Grad unterdrücken. Vorhofflattern, atrioventrikuläre nodale Reentry Tachykardie oder WPW-Syndrom können durch eine Ablation mit einer Erfolgsrate von 90 % kuriert werden. Aus diesem Grund und da bei konventioneller Medikation oft schwere Nebenwirkungen auftreten, ist die Katheterbehandlung bei den angeführten Erkrankungen die Therapie erste Wahl.

Vorhofflimmern ist die bei weitem verbreitetste Form der Herzrhythmusstörung. Leider reichen die Erfolgsraten einer Katheterablation bei Vorhofflimmern derzeit nicht an die bei anderen Tachykardien erzielten Ergebnisse heran, weswegen die Katheterablation hier nach Abwägung des behandelnden Arztes gemeinsam mit dem Patienten – oftmals als Therapie nach erfolgloser medikamentöser Behandlung – durchgeführt wird.

Je nach der zugrunde liegenden Rhythmusstörung sind zu unterscheiden:

  1. WPW-Syndrom 
  2. AV-Knoten-Reentry Tachykardie (AVNRT) 
  3. Fokale atriale Tachykardie (Vorhoftachykardie) 
  4. „Typisches" Vorhofflattern (rechtsatrial) 
  5. Kammertachykardie 
  6. Vorhofflimmern

WPW-Syndrom
Beim WPW Syndrom besteht ein angeborener Kurzschluss zwischen den Vorhöfen und den Kammern unter Umgehung des AV-Knotens. Es erfolgt die Unterbrechung dieser zusätzlichen Leitungsbahn zwischen Vorhof und Herzkammern. Die Erfolgsaussichten bei einer Katheterablation sind - abhängig von der Lage der Leitungsbahn - insgesamt über 90 %. Bei ca. 3 von 100 Patienten kann es in den ersten Monaten nach erfolgreicher Behandlung durch Erholung der akzessorischen Leitungsbahn neuerlich zu Herzrhythmusstörungen kommen.

AV-Knoten-Reentry Tachykardie (AVNRT)
Es handelt sich um die häufigste supraventrikuläre Tachykardie. Aufgrund von zwei angeborenen, funktionell unterschiedlichen elektrischen Leitungen im AV-Knoten kann es durch Extraschläge, wie sie auch bei allen gesunden Menschen mehrmals täglich auftreten, zu einer Tachykardie kommen. Um das weitere Auftreten von Herzrasen zu verhindern, wird eine der beiden AV-Leitungsbahnen unterbrochen. Die Erfolgsaussichten liegen insgesamt über 90 %, bei etwa 3 von 100 Patienten kann es in den ersten Monaten nach erfolgreicher Behandlung trotzdem wieder zu Rhythmusstörungen kommen.

Fokale atriale Tachykardie (Vorhoftachykardie)
Es liegt eine gesteigerte Neigung zur Erregungsbildung im Vorhof vor. Es kann aber auch eine Kreiserregung vorliegen, speziell nach Operationen am Herzvorhof (v.a. um Narbengewebe). Die Erfolgsaussichten einer Ablation bei Vorhoftachykardien liegen zwischen 70 % und 90 %, abhängig davon ob eine oder mehrere Erregungsursprünge vorliegen.

„Typisches" Vorhofflattern (rechtsatrial)
Beim Vorhofflattern handelt es sich um eine Kreiserregung im rechten Vorhof. Diese kreisende Erregung verläuft um den Herzklappenring (Trikuspidalklappenanulus) und passiert eine Engstelle zwischen Klappe und der unteren Hohlvene (Vena cava inferior). Es wird versucht mittels Ablation diese Engstelle zu isolieren. Die Erfolgsaussichten bei Vorhofflattern betragen bei typischen Formen ca. 90 %. In 5 – 10 % der zunächst erfolgreich behandelten Patienten treten nach der Behandlung allerdings erneut Rhythmusstörungen auf, hierbei handelt es sich aber häufig um Vorhofflimmern.

Kammertachykardie
Die Erfolgsaussichten der Behandlung dieser speziellen Form der Tachykardie mit Ursprung im Bereich des rechtsventrikulären Ausflusstrakts betragen nahezu 90 %, falls keine weitere organische Herzerkrankung vorliegt. Ist dies jedoch der Fall, wie z. B. nach einem Herzinfarkt, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 40 – 75 %. Bei gleichzeitiger Herzerkrankung und eingeschränkter Pumpfunktion der Herzkammer besteht allerdings auch ein deutlich erhöhtes Komplikationsrisiko (z. B. Auftreten von Lungenstauung, Blutdruckabfall).

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